Gedicht: Farben von Selma Meerbach-Eisinger

So blau liegt es über dem schneeweißen Schnee
und so schwarz sind die grünen Tannen,
daß das ganz leise hinhuschende Reh
so grau ist wie nie beendbares Weh,
das man doch so gern möchte bannen.

Schritte knirschen in Schneemusik
und Winde stäuben die Flocken zurück
auf die weiß überschleierten Bäume.
Und Bänke stehen wie Träume.

Lichter fallen und spielen mit Schatten
unendliche Ringelreihen.
Die fernen Laternen blinken mit mattem
Schein, den vom Schneelicht sie leihen.
18.12.1939

Selma Merbaum (geboren 5. Februar 1924 in Czernowitz, Königreich Rumänien; gestorben 16. Dezember 1942 im Zwangsarbeitslager Michailowka, Königreich Rumänien), posthum wird sie überwiegend Selma Meerbaum-Eisinger genannt,[A 1] war eine rumänische deutschsprachige Dichterin. Als verfolgte Jüdin starb sie achtzehnjährig entkräftet am Fleckfieber. Ihr Werk wird mittlerweile zur Weltliteratur gezählt. (Quelle: Wikipedia, 12.11.2025)

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